Du kannst mit dem Wort Catcall nichts anfangen? Dann geht es dir genauso wie mir vor ein paar Wochen. Falls du jedoch eine Frau bist, wirst du wahrscheinlich schon einmal einen Catcall erlebt haben. Denn es handelt sich hierbei um eine Form der sexuellen Belästigung, die leider alltäglich ist. 

Was ist überhaupt ein Catcall? 

Ein Catcall ist im Englischen ein Buhruf oder ein verächtliches Pfeifen. Ursprünglich haben Theaterbesucher so ihren Unmut zum Ausdruck gebracht.  

Ein Blick in das Urban Dictionary zeigt, worum es heutzutage geht: Von einem Catcall spricht man demnach, wenn jemand “einer fremden Person hinterherpfeift oder etwas Anzügliches hinterherruft. Dies geschieht in der Regel im Vorbeigehen. Oftmals wird dies von sexuell frustrierten Männern eingesetzt, um die Aufmerksamkeit von Frauen zu bekommen.” (eigene Übersetzung) 

Catcalls - eine alltägliche Form der sexuellen Belästigung

Sind Catcalls ein Problem? 

Ich habe anfangs nicht gedacht, dass es sich hierbei tatsächlich um ein gesellschaftliches Problem handelt. Sondern eher, dass so etwas eher die Ausnahme ist. Vereinzelte Ausrutscher. Junge Männer, die ihre Manieren vergessen, sich dazu hinreißen lassen und denen die Situation danach doch wohl selbst peinlich sein dürfte.  

Mittlerweile bin ich anderer Ansicht. Denn vor allem Frauen werden mit Catcalls schon früh konfrontiert. Plumpe Anmachen, anzügliche Kommentare, niveaulose Bemerkungen sind für sie etwas Alltägliches. Unter anderem Instagram-Accounts wie Catcallsofnyc oder Catcallsofmuc verdeutlichen dies auf erschreckende Weise.  

Aufklärung statt Wegschauen 

Die gute Nachricht lautet: Jeder kann dagegen etwas tun. Zum Beispiel durch Aufklärung. Denn oft scheint nicht einmal klar zu sein, wo Belästigung anfängt. Solche Projekte wie die oben genannten tragen dazu bei. Sie schaffen ein Bewusstsein in der Gesellschaft, dass hier Grenzen überschritten werden. Und dafür, dass sich niemand so etwas gefallen lassen muss. 

Besonders beeindruckt hat uns dabei die Initiative Catcallsofmuc von drei jungen Menschen aus München. Wer dort belästigt wird, kann ihnen eine kurze Mail dazu schreiben. Mit Kreide wird am Ort des Geschehens die Belästigung dokumentiert, ein Foto anschließend auf Instagram gepostet. Selbstverständlich anonym. Das ganze sieht dann zum Beispiel so aus: 

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, sollte du dir unbedingt das Interview ansehen, welches wir mit einem der Initiatoren geführt haben.

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